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Open-Air Kino: „IN DIE SONNE SCHAUEN“

22. August 2026, 19:00 - 23:30

13€

Open-Air Kino: „IN DIE SONNE SCHAUEN“

Kulturstaatlich gefördertes Kino aus Deutschland ist häufig vieles: grau und ernst, etwas steif und starr, unterkühlt und behäbig. Zudem sucht es meistens, unsere dunkle historische Vergangenheit zu bewältigen (und wie „gut“ diese Bildungsarbeit gelingt, lässt sich ja derzeit in Echtzeit beobachten …). Was man mit Kino aus Deutschland seltener assoziiert, sind Filme voller Zärtlichkeit und Poesie. Mascha Schilinski könnte nun gelingen, was zuletzt vielleicht Maren Ade vor rund einem Jahrzehnt mit „Toni Erdmann“ geschafft hat: dem deutschen Arthouse-Kino mit einer ganz eigenen, unverkennbaren Stimme neues Leben einzuhauchen. Ihr erst zweiter Spielfilm „In die Sonne schauen“ geht sanft unter die Haut und bohrt sich behutsam ins Gedächtnis – ein unvergesslicher, stiller Triumph des Subtilen.

Von der ersten Minute an liegt ein Schleier des Geheimnisvollen über dem abgeschiedenen Vierseitenhof in der Altmark, dessen Dunstkreis wir im Laufe der knapp zweieinhalb Stunden nie verlassen werden. Mit müheloser Kunstfertigkeit überblendet der Film an diesem Ort vier weibliche Schicksale in vier verschiedenen Epochen: Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er). Jede der vier Protagonistinnen – ob Kind, Jugendliche oder erwachsene Frau – ist Teil eines komplexen Familiengeflechts, in dem sich die Vergangenheit der jeweils anderen in Spuren wiederfindet. Alma macht die Entdeckung, dass sie nach ihrer viel zu jung verstorbenen Schwester benannt wurde, was sie glauben lässt, für dasselbe Schicksal prädestiniert zu sein. Erika wiederum verliert sich in einer Faszination für ihren Onkel, der als einbeiniger Invalide das Bett hütet. Die rastlose und lebenshungrige Angelika hingegen will ausbrechen aus der provinziellen Enge – für sie ist der Bauernhof ein Gefängnis. Und Nelly hat mit ihrer Familie gerade den Hof bezogen, als sie von einer lang unterdrückten Last der Vergangenheit heimgesucht wird.
Ob Badetage am See, feuchtfröhliche Familienfeste, Schäkern mit dem Nachbarjungen im Stroh oder Gutenachtküsse der Mutter beim Zubettgehen – hinter jeder dargestellten Idylle verbergen sich unausgesprochene Sehnsüchte, unterdrückte Begehren, streng gehütete Geheimnisse oder verdrängter Schmerz, die sich in versteckten Blicken oder leisen Gesten andeuten. Auch die sublime Kameraarbeit trägt ihren Teil dazu bei, dass sich schon von der ersten Szene an, in der Erika ihren (vermeintlich) schlafenden Onkel intim am von Schweiß genässten Bauchnabel berührt, eine unterschwellige Spannung aufbaut. Die Kamera macht uns zu heimlichen Beobachtenden – sie lässt uns durch Schlüssellöcher spähen oder unter Türspalten hindurchblicken, während akustisch immer wieder Brücken zwischen den Zeiten geschlagen werden, etwa durch das Summen einer Fliege, das zur wiederkehrenden Metapher allgegenwärtiger Vergänglichkeit wird.
Bereits mit ihrem zweiten Spielfilm ist Mascha Schilinski zu einer Virtuosin cineastischer Synästhesie gereift. Sie versteht es, große Themen und komplexe Gefühle mit den feinsinnigsten dramaturgischen Regungen auszudrücken. „In die Sonne schauen“ ist ein assoziativ-verrätseltes Meisterinnenwerk! Zuweilen schlägt es in den Bann mit der rauen Härte eines Michael Haneke. Meistens jedoch erzählt es mit entgrenzender Schwerelosigkeit von generationenübergreifenden Traumata, weiblicher Unterdrückung, familiärer Enge, Todessehnsucht und nicht zuletzt von der Flüchtigkeit des jetzigen Augenblicks.
Vollkommen zurecht wurde dieser große Wurf unter dem Vorsitz von Juliette Binoche in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.


Die Düsseldorfer Filmkunstkinos sind zu Gast im VierLinden Open-Air. Gegen Abend, bei einsetzender Dunkelheit, wird die moderne Leinwand aufgepumpt. Genießen Sie nach Sonnenuntergang das einmalige Gefühl von Open Air Kino im gemütlichen Ambiente im Südpark. Ausgesuchte Top–Filme unter sternklarem Sommerhimmel!

Wir spielen übrigens bei „fast“ jedem Wetter: Ausnahmen sind Dauerregen und Gewitter- und Unwetterwarnung. Da ist uns die Sicherheit der Gäste wichtiger.

In diesen Zweifelsfällen informieren Sie sich bitte unter Tel.: 0211 / 7213134 oder ab 18.00 Uhr im Metropol (0211 / 349709).

Einlass: ab 19 Uhr
Filmbeginn: ca. 21.30 Uhr 

EINTRITT:
Regulär: 13,00 Euro auf allen Plätzen
Ermäßigt: 11,00 Euro mit dem Gilde–Pass. (Es gibt keine weiteren Ermäßigungen neben dem Gilde-Pass.)

Aufpreis bei Überlänge:

ab 130 Min. 0,50 Euro
ab 140 Min. 1,00 Euro
ab 150 Min. 1,50 Euro
ab 165 Min. 2,00 Euro
ab 180 Min. 2,50 Euro

TICKETS und Filmbeschreibungen inkl. Trailer aller Filme: www.filmkunstkinos.de

Details

Datum:
22. August 2026
Zeit:
19:00 - 23:30
Eintritt:
13€
Veranstaltung-Tags:
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Veranstalter

Metropol – Düsseldorfer Filmkunstkino GmbH
Telefon
02111711194
E-Mail
playtime@filmkunstkinos.de
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Veranstaltungsort

VierLinden Open-Air
Siegburger Str. 25
Düsseldorf, NRW 40591 Deutschland
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Telefon
0211 / 72 13 13 4