Open-Air Kino: „ANATOMIE EINES FALLS“

Open-Air Kino: „ANATOMIE EINES FALLS“

Mit SYBIL – THERAPIE ZWECKLOS debütierte Justine Triet 2019 im Wettbewerb von Cannes und holte in diesem Jahr mit ihrem neuen Film gleich im zweiten Versuch die Goldene Palme. Sandra Hüller glänzt hier als deutsche Schriftstellerin, die in den Verdacht gerät, ihren Mann umgebracht zu haben, als dieser aus dem Fenster der obersten Etage ihrer Berghütte in den französischen Alpen fiel.

Kein Abschiedsbrief, keine Zeugen und auch Sohn Daniel, der nach einem früheren Unfall erblindet ist, kann nichts zur Aufklärung des Falles beitragen. So stellt sich die Frage:
Selbstmord oder hat da jemand nachgeholfen, die nun ein Indizienprozess beantworten soll, den Regisseurin Justine Triet minutiös nachstellt. Dort werden nicht nur Indizien und Hinweise vorgelegt, sondern auch das private Familienleben der drei so lange umgekrempelt, bis auch der Sohn sich die Frage stellt, ob seine Mutter Sandra nicht doch schuldig sein könnte.

Für Sandra Hüller ist dies eine Paraderolle. Aus dem Vollen schöpfend spielt sie mal die trauernde, mal die besorgte Mutter, kann aber auch angesichts der gegen sie erhobenen Anschuldigungen auch komplett ausrasten, um sich im nächsten Moment wieder zu fangen, um relevante Indizien eloquent umzudeuten. Dies alles ist nicht nur sprachlich, sondern auch schauspielerisch auf höchstem Niveau und bis in die Nebenrollen bemerkenswert besetzt. Selbst der Blindenhund, der die Leiche des Vaters eingangs gefunden hat, spielt seine Rolle perfekt und gewann die Palme Dog.

Insgesamt vermisst man vielleicht ein wenig die großen Bilder, die einen Gewinnerfilm auszeichnen sollten, denn Triet inszeniert hier ein reines Kammerspiel, das nur in der Berghütte und im Gerichtssaal spielt, aber dennoch einen atemberaubenden Spannungsbogen hat und den Zuschauer in seinen Bann zieht.

ANATOMIE EINES FALLS – sein Titel ist eine Anspielung auf den berühmten Gerichtsfilm-Klassiker von Otto Preminger ANATOMIE EINES MORDES – reiht sich ein in die Serie bemerkenswerter Gerichtsfilme, die das französische Kino in der letzten Zeit hervorgebracht hat, darunter Alice Diops SAINT OMER, Cedric Kahns THE GOLDMAN CASE“ oder Yvan Attals LES CHOSES HUMAINES. Justine Triet verfasste das Drehbuch gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Arthur Harari, selbst Filmemacher, und schon in ihrem ersten Cannes-Erfolg hatte sie mit Sandra Hüller zusammengearbeitet und ihr nun die Hauptrolle auf den Leib geschrieben.

Weit mehr als die Lösung eines Kriminalfalls steht bei Triet die Analyse einer Beziehung in der Krise im Vordergrund. Gleich zu Beginn empfängt die Protagonisten eine Studentin zu einem Interview, das vehement durch die laute Musik ihres Mannes im oberen Stockwerk gestört wird und schließlich abgebrochen werden muss. Im Verlaufe des Films erfahren wir, dass Sandra ihren Mann schon einmal mit einer Frau betrogen hat. War das ein Störmanöver oder ein Racheakt? Gab es nach der Abfahrt der Studentin deswegen eine tödlich verlaufende Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten?

Doch es gibt auch Indizien auf einen möglichen Suizid. Im Gegensatz zu seiner Frau kommt die Karriere Samuels nicht in Schwung. Auch er schreibt an einem Roman, doch seine überzogenen Ansprüche an sich selbst hindern ihn an der Fertigstellung. Eine zunehmende Frustration macht sich ihm breit, die sich auch auf seine Ehe auswirkt.

Der Zuschauer pendelt mal auf die eine, mal auf die andere Seite, befeuert durch das nuancierte Spiel Sandra Hüllers, die alle Facetten auszuspielen vermag. Ein starkes Stück Kino, das lange im Gedächtnis bleibt.


Die Düsseldorfer Filmkunstkinos sind zu Gast im VierLinden Open-Air. Gegen Abend, bei einsetzender Dunkelheit, wird die moderne Leinwand aufgepumpt. Genießen Sie nach Sonnenuntergang das einmalige Gefühl von Open Air Kino im gemütlichen Ambiente im Südpark. Ausgesuchte Top–Filme unter sternklarem Sommerhimmel!

Wir spielen übrigens bei „fast“ jedem Wetter: Ausnahmen sind Dauerregen und Gewitter- und Unwetterwarnung. Da ist uns die Sicherheit der Gäste wichtiger.

In diesen Zweifelsfällen informieren Sie sich bitte unter Tel.: 0211 / 7213134 oder ab 18.00 Uhr im Metropol (0211 / 349709).

Einlass: ab 19 Uhr
Filmbeginn: ca. 21.30 Uhr 

EINTRITT:
Regulär: 12,00 Euro auf allen Plätzen
Ermäßigt: 10,00 Euro mit dem Gilde–Pass. (Es gibt keine weiteren Ermäßigungen neben dem Gilde-Pass.)

Aufpreis bei Überlänge:

ab 130 Min. 0,50 Euro
ab 140 Min. 1,00 Euro
ab 150 Min. 1,50 Euro
ab 165 Min. 2,00 Euro
ab 180 Min. 2,50 Euro

TICKETS und Filmbeschreibungen inkl. Trailer aller Filme: www.filmkunstkinos.de

Open-Air Kino: „JULIETTE IM FRÜHLING“

Open-Air Kino: „JULIETTE IM FRÜHLING“

Die Kinderbuchillustratorin Juliette kehrt aus Paris in ihren Heimatort in der französischen Provinz zurück. Dort hofft sie auf zwei entspannte Wochen im Kreise ihrer Familie. Stattdessen trifft sie auf ihre Schwester, die mitten in einer existentiellen Krise steckt, ihren liebevollen, aber etwas launischen Vater, ihre Mutter, die gerade das Thema New Age für sich entdeckt hat – und auf ihre geliebte Großmutter, die sich mit ihrem neuen Leben in einem Pflegeheim anfreunden muss. Und dann ist da noch der freundliche, etwas einsame Pollux, der zufällig Juliettes Weg kreuzt …

In ihrer charmanten, warmherzigen Komödie erzählt die französische Regisseurin Blandine Lenoir („Madame Aurora und der Duft von Frühling“) auf tiefsinnige und gleichzeitig sehr unterhaltsame Weise eine Geschichte über familiäre Beziehungen, die Suche nach dem Sinn im eigenen Leben und über die kleinen Absurditäten des Alltags.

Der Film basiert auf der autobiografisch inspirierten Graphic Novel „Juliette: Gespenster kehren im Frühling zurück“ von Camille Jourdy. In den Hauptrollen sind die Sängerin und Schauspielerin Izïa Higelin sowie Jean-Pierre Darroussin, Sophie Guillemin und Noémie Lvovsky zu erleben.


Die Düsseldorfer Filmkunstkinos sind zu Gast im VierLinden Open-Air. Gegen Abend, bei einsetzender Dunkelheit, wird die moderne Leinwand aufgepumpt. Genießen Sie nach Sonnenuntergang das einmalige Gefühl von Open Air Kino im gemütlichen Ambiente im Südpark. Ausgesuchte Top–Filme unter sternklarem Sommerhimmel!

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Einlass: ab 19 Uhr
Filmbeginn: ca. 21.30 Uhr 

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Regulär: 12,00 Euro auf allen Plätzen
Ermäßigt: 10,00 Euro mit dem Gilde–Pass. (Es gibt keine weiteren Ermäßigungen neben dem Gilde-Pass.)

Aufpreis bei Überlänge:

ab 130 Min. 0,50 Euro
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Open-Air Kino: „BORN TO BE WILD – EINE BAND NAMENS STEPPENWOLF“

Open-Air Kino: „Born to be wild Eine Band namens Steppenwolf“

Steppenwolf ist eine der legendärsten und zugleich rätselhaftesten Bands in der Geschichte der Rockmusik. An der Grenze zwischen Mainstream und psychedelischem Underground eröffnete ihr Song „Born to Be Wild“ den Kultfilm EASY RIDER und wurde zur Hymne einer ganzen Generation. Der neue, harte Sound von Steppenwolf war ein Stich ins Herz des „Summer of Love“ und beendete das Hippie-Zeitalter. Es ist kein Zufall, dass sie die allererste Band war, die das Wort „Heavy Metal“ in ihren Texten verwendete.

Was aber nur wenige Menschen wissen: Die Band Steppenwolf hatte als Gravitationszentrum zwei deutsche Auswandererkinder, die sich zunächst in Toronto trafen, bevor sie gemeinsam nach Kalifornien weiterzogen – Sänger John Kay (geboren als Joachim-Fritz Krauledat) war ein Kriegsflüchtling aus Ostpreußen. Bassist Nick St. Nicholas (geboren als Karl Klaus Kassbaum) stammte aus einer angesehenen hanseatischen Familie.

BORN TO BE WILD – EINE BAND NAMENS STEPPENWOLF führt uns vom kriegsgebeutelten Deutschland zu den Straßen der Arbeiterklasse in Toronto und nach Los Angeles, wo die Band zu Ruhm aufsteigt und dann abstürzt. Mit den Steppenwolf-Mitgliedern John Kay, Nick St. Nicholas, Michael Monarch, den Künstlern Mars Bonfire, Alice Cooper, Taj Mahal, Cameron Crowe (ALMOST FAMOUS), Klaus Meine (Scorpions), Jello Biafra (Dead Kennedys), Dale Crover (Melvins) und Bob Ezrin (Produzent von u. a. Kiss, Pink Floyd, Taylor Swift). Musikalisch hat der Film auch einiges zu bieten, so enthält er über ein Dutzend Original-Steppenwolf-Songs.


Die Düsseldorfer Filmkunstkinos sind zu Gast im VierLinden Open-Air. Gegen Abend, bei einsetzender Dunkelheit, wird die moderne Leinwand aufgepumpt. Genießen Sie nach Sonnenuntergang das einmalige Gefühl von Open Air Kino im gemütlichen Ambiente im Südpark. Ausgesuchte Top–Filme unter sternklarem Sommerhimmel!

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Einlass: ab 19 Uhr
Filmbeginn: ca. 21.30 Uhr 

EINTRITT:
Regulär: 12,00 Euro auf allen Plätzen
Ermäßigt: 10,00 Euro mit dem Gilde–Pass. (Es gibt keine weiteren Ermäßigungen neben dem Gilde-Pass.)

Aufpreis bei Überlänge:

ab 130 Min. 0,50 Euro
ab 140 Min. 1,00 Euro
ab 150 Min. 1,50 Euro
ab 165 Min. 2,00 Euro
ab 180 Min. 2,50 Euro

TICKETS und Filmbeschreibungen inkl. Trailer aller Filme: www.filmkunstkinos.de

Open-Air Kino: „2UNBREAKABLE“ & PERFORMANCE

Open-Air Kino: „2UNBREAKABLE“

Joanna 24, „BGirl Joanna“ und Serhat 26, „BBoy Said“ verbindet dieselbe Leidenschaft: Breaking. 2024 wird Breaking in Paris olympische Premiere feiern. Joanna und Serhat nutzen die Chance ihre Kunstform für die Gesellschaft sichtbarer zu machen. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung der Breaking Culture und dem Leistungsgedanken in dem System Olympia gerecht zu werden.

Serhat ist bereits im deutschen Bundeskader. Er hat das Breaken schon mit sechs Jahren im Jugendzentrum im Münchner Kieferngarten für sich entdeckt. Seit 2008 ist Serhat Mitglied der „Sankofa“ Crew. Frei leben und tanzen zu können, ist für Serhat keine Selbstverständlichkeit. Serhat lebt in München und ist auch dort geboren, aber er ist Uigure. Die Familie stammt aus dem Nordwesten Chinas Xinjiang, sie floh 1995 über Kasachstan nach Deutschland. Fast jedes Wochenende ist er unterwegs zu einem Battle. Nicht nur für den Kader, auch in der Szene will Serhat weiter präsent sein. Zusätzlich hat er ein Studium begonnen, unterrichtet und verdient Geld mit Tanz Auftritten.

Joannas Ziel ist es 2023 in den Deutschen Bundeskader zu kommen, dafür muss sie in Vorentscheiden, sogenannten „Ranking Battles“, möglichst viele Punkte sammeln. Mit 17 wurde sie in der Crew „The Saxonz“ aufgenommen. Sie ist das einzige BGirl in der Crew. Joanna lebt mit ihrer Familie in Dresden. Ihr Freund Felix, BBoy Rossi ist ein Gründungsmitglied von „The Saxonz.“ Er bringt seine Tochter Feenja mit in die Beziehung. So trägt Joanna schon früh Verantwortung als Mutter, denn Feenjas leibliche Mutter ist verstorben. Gleichzeitig macht Joanna ihren Master in Psychologie. Jetzt steht Joanna vor der Herausforderung, ihre Zeit zwischen der Familie, dem Studium und ihrer Leidenschaft, dem Breaking, einzuteilen.

Joanna und Serhat gehen an ihre Grenzen. Inwieweit schaffen sie es, ihre Leidenschaft für die ursprüngliche Kultur bei den immer höher werdenden Leistungsanforderung nicht zu verlieren?

Zur Premiere im Vier Linden Open Air am 21.6.24 besucht uns Tänzer, Choreograf und HipHop-Botschafter „Sugar Rae“ aus Aachen, um eine Einführung zur Breakdance-Kultur zu geben, selbstverständlich inklusive kleiner Live-Performance. Mehr über Sugar Rae auf seiner Facebook-, Instagram– und Website (klick).


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Filmbeginn: ca. 21.30 Uhr 

EINTRITT:
Regulär: 12,00 Euro auf allen Plätzen
Ermäßigt: 10,00 Euro mit dem Gilde–Pass. (Es gibt keine weiteren Ermäßigungen neben dem Gilde-Pass.)

Aufpreis bei Überlänge:

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Open-Air Kino: „BARBIE“

Open-Air Kino: „BARBIE“

Seit über 20 Jahren findet man die meistverkaufte und bekannteste Puppe der Welt im Filmgeschäft. Doch nie hat sie so viel Aufmerksamkeit und einen solchen Social-Media-Hype erhalten wie in diesem Jahr. Für viele ist der Spielzeugklassiker ein Stück Kindheit: schrille Kostüme, bunte Haare, Möbel aus Plastik, viele Barbies, ein Ken. Ob als Fee, Meerjungfrau, Märchenprinzessin oder cooles Teenage-Girl – wir alle haben unsere Favoritin. Durch Regisseurin Greta Gerwig bekommen wir die Puppen jedoch das erste Mal in menschlicher Form in einer Realverfilmung zu sehen. Dabei könnte die Welt nicht pinker sein.

Mit FRANCES HA, LADY BIRD und LITTLE WOMEN hat sich Filmemacherin Gerwig bereits einen Namen gemacht und ist besonders für emanzipierten weiblichen Hauptrollen und dialoggesteuerte Independent-Filme berühmt. Sie ist eine der wichtigsten weiblichen Stimmen der Filmindustrie. Was erwartet uns also mit BARBIE? Auf jeden Fall ein Film, der sich selbst nicht zu ernst nimmt, eine detailgetreue, fantasievolle, bunte Plastikwelt, die durch einen Besuch in der echten Welt aufgemischt wird und verschiedene Filmreferenzen. Insbesondere eine wiederkehrende Anspielung auf den Klassiker der ZAUBERER VON OZ.
Die titelgebende Figur Barbie (Margot Robbie) steckt in einer existenziellen Krise. Alles im Barbieland ist an seinem Platz. Die Frisur sitzt. Das Outfit und die Accessoires passen. Eigentlich ist ihre Welt perfekt, zumindest äußerlich. Doch eine Veränderung tritt ein und sie muss sich entscheiden, ob sie in ihrem Leben bleiben oder die Wahrheit über das Universum erfahren möchte. Also begibt sie sich mit Ken (Ryan Gosling) im Schlepptau in die echte Welt. Dort erleben die beiden so einige Abenteuer und Barbie erkennt, wie wichtig es ist, sich selbst zu akzeptieren.

BARBIE ist natürlich mit einem zwinkernden Auge zu betrachten und vereint eine teils tiefgründige und komplexe Geschichte mit Selbstironie und einer fröhlichen Kitsch-Fantasiewelt. Greta Gerwig verfasste das Drehbuch des Films gemeinsam mit Oscar-Kandidat und Partner Noah Baumbach (MARRIAGE STORY). Neben den beiden blonden Hollywood-Sternchen Margot Robbie und Ryan Gosling finden sich noch viele andere namhafte Stars und Neulinge im Barbieland und in der echten Welt wieder: Issa Rae, Emma Mackey, Michael Cera, Ncuti Gatwa, America Ferrera uvm. Auch wenn wir nicht wussten, dass wir eine Realverfilmung von BARBIE brauchen, steht spätestens seit dem ersten Teaser fest, dass es ein Must-See-2023 ist.


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Einlass: ab 19 Uhr
Filmbeginn: ca. 21.30 Uhr 

EINTRITT:
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Open Air Kino: „Das Lehrerzimmer“

Open Air Kino: „Das Lehrerzimmer“

“Was im Lehrerzimmer ist, bleibt im Lehrerzimmer!” heißt es an dem Gymnasium, wo Carla Nowak (Leonie Benesch) ihren ersten Job als Lehrerin antritt. Sie unterrichtet Sport und Mathematik, und wer jetzt ein Schuldrama mit marodierenden Schülern unterschiedlichster ethnischer Herkunft erwartet, liegt falsch, denn eigentlich läuft es ganz gut mit dem Unterricht. Anders ist es hinter den Kulissen, wo Carla bald zwischen die Fronten von Kollegen, Verwaltungspersonal und Elternschaft gerät. İlker Çatak (ES GILT DAS GESPROCHENE WORT) hat dieses elektrisierende Werk über den Mikrokosmos Schule als Spiegelbild auf unsere Gesellschaft geschrieben und kurzweilig inszeniert.

Als sich die Verdächtigungen auf einen Schüler aus Carlas Klasse kompilieren, springt sie für diesen in die Bresche. “Etwas überengagiert, die Neue!” kommentieren die  Kollegen und aus unterschiedlichen Meinungen wird bald ein Kleinkrieg, der immer komplexer wird und dessen Frontverlauf sich kaum mehr erkennen lässt. Carla unternimmt eigene Ermittlungen, um die Unschuld ihres Schülers zu beweisen, bringt dadurch aber eine Lawine ins Rollen, die sie nicht mehr stoppen kann. Die Dinge sind offensichtlich komplizierter als gedacht und schnell bekommen alle Wind von ihren Ermittlungen. Fortan muss sie vermitteln zwischen rechthaberischen Kollegen, empörten Eltern und angriffslustigen Schülern und als dann noch das Schüler-Magazin zu recherchieren beginnt, droht die Angelegenheit zu eskalieren.

Genüsslich zerlegt İlker Çatak den Mikrokosmos Schule und führt dabei den Wunsch, es allen Recht zu machen ad absurdum. Er zeigt, wie gute Vorsätze zu einem heillosen Chaos führen, das bald sehr unangenehme Züge zeigt. Dabei kann man seinen Film über das Schuldrama hinaus, auch als Metapher auf unsere Gesellschaft verstehen, die die derzeitige Debattenkultur, aber auch Begriffe wie ‘political correctness’ und ‘wokeness’  hinterfragen. So erlebt man, auch wenn man keine Kinder hat, ein Déjà Vu nach dem anderen, und vieles kommt einem unangenehm vertraut vor. Die eigentliche Leistung des Films ist aber sein Humor, der Zuschauer blickt mit ein wenig Abstand auf das Geschehen, was ihm die Distanz gibt, Fehlerquellen zu erkennen und sich über sie amüsieren zu können.

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Open Air Kino: „Der vermessene Mensch“

Open Air Kino: „Der vermessene Mensch“

DER VERMESSENE MENSCH ist der erste Kinospielfilm über den Völkermord an den Herero und Nama, den kaiserliche Truppen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwest verübten. Bis heute sind die Spuren dieses Verbrechens nicht nur vor Ort in Namibia sondern auch in Deutschland zu sehen. Über 120 Jahre nach dem Genozid stellen sich noch immer Fragen nach Reparationen, Restitutionen, Anerkennung und nicht zuletzt nach Versöhnung.

Alexander Hoffmann ist entschlossen, das Lebenswerk seines Vaters, Ethnologe der ersten Stunde, fortzuführen. An der Universität gerät er in den Sog der evolutionistischen Rassentheorie des späten 19. Jahrhunderts. Hoffmann ist angewidert vom Vermessen der Schädel, das kein anderes Ziel hat, als die Überlegenheit der weißen Rasse pseudo-wissenschaftlich zu legitimieren, macht aber mit. will Gegenbeweise finden und sucht den Kontakt zu Kezia Kambazembi, der Dolmetscherin einer Delegation von Nama und Herero, die zur Teilnahme an einer „Völkerschau“ gezwungen wurden. Kurz nach der Rückreise der Delegation beginnt im damaligen „Deutsch-Südwestafrika“ ein Aufstand gegen die deutsche Kolonialmacht. Als Ethnologe wird Hoffmann Mitglied einer Expedition und reist im Schutz der kaiserlichen Armee durch das ganze Land auf der Suche nach Schädeln – und nach Kezia.
Der Film gibt Antworten auf einige hochaktuelle Fragen, etwa auf die, warum im heutigen Namibia die ersten Konzentrationslager gebaut wurden und wie so viele Schädel von Nama und Herero in deutsche Museen gelangten. //Berlinale.de

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EINTRITT:
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Open Air Kino: „Surffilmnacht: Corners of the Earth – KAMCHATKA (OmU)“

Open Air Kino: „Surffilmnacht: Corners of the Earth – KAMCHATKA (OmU)“

Follow filmmakers Spencer Frost and Guy Williment and surfers Letty Mortensen and Fraser Dovell as they journey to Kamchatka in the far east of Russia in search of new waves along the frozen, unexplored coastline.

Bordered by the Pacific Ocean and the Sea of Okhotsk with more than 150 volcanoes (29 active) the Kamchatka Peninsula in Far Eastern Russia is as remote as it is unique. After 2 years of planning the trip was almost over before it started. An hour before boarding their flight to Moscow, Russia invaded Ukraine. At a time when the world was seeing the worst of human nature, these guys flew behind the iron curtain and found, to their surprise the best of it. Mi-8 helicopters, skidoos, frozen campsites, and frozen bank accounts, this surf trip quickly became far more than anyone could imagine.

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Open Air Kino: „Sonne und Beton“

Open Air Kino: „Sonne und Beton“

Berlin, Neukölln: Gropiusstadt ist eine Großwohnsiedlung, die es in sich hat. In den Parks stinkt es nach Hundescheiße, überall Scherben, in den Ecken stehen Dealer. Wer hier lebt, ist Gangster oder Opfer. Lukas, Julius, Gino und Sanchez erleben hier einen zunächst ultraheißen, tristen Sommer, der bald zum Abenteuerurlaub mit reichlich Stress wird.

Ihnen und der Siedlung war auch das viel gerühmte autobiografische Romandebüt von Felix Lobrecht gewidmet: soziale Härte, krasse Milieusprache, mit Witz, Passion und Poesie erzählt. Gemeinsam mit dem Autor verfasste David Wnendt, Deutschlands Regie-Mann für heiklere Stoffe (ER IST WIEDER DA und FEUCHTGEBIETE), das Drehbuch und setzt es temporeich, unterhaltsam und mit viel Situationskomik um. Dabei beweist er erneut sein Gespür für die Umsetzung von gesellschaftsrelevanten Themen und zeichnet ein eindrückliches Bild von Berlin-Neukölln als Brennpunkt sozialer Ungerechtigkeit.

Gewalt, Brutalität und derbe Sprüche sind omnipräsent, denn an Drogen, Bandenkriegen und familiären Abgründen kommt hier keiner vorbei, und Sprache ist sowieso das reinste Experimentierfeld des Posens und der Grenzüberschreitung. Selbst fürs Schwimmbad fehlt den Boys die Kohle, der Schuldenberg wächst, ein Diebstahl läuft schief und dass einer von ihnen dabei fast draufgeht, merken die anderen erst reichlich spät. Teenager-Alltag in der Vorstadt, ooch ditt is Berlin.

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Open Air Kino: „Holy Spider“

Open Air Kino: „Holy Spider“

In der heiligen iranischen Stadt Mashhad geht ein Serienmörder um. 16 Frauen hat er bereits umgebracht und ruft damit die Journalistin Rahimi auf den Plan. Sie fährt in die heilige Stadt, um zu recherchieren und stößt bald auf Widerstände: in ihrer Redaktion, bei der hiesigen Polizei und beim zuständigen Imam. Irgendwie scheint man sich nicht klar zu sein, ob der Mord an einer Prostituierten überhaupt ein Verbrechen ist.

Weil die Polizei nicht sonderlich engagiert ermittelt, gibt Rahimi sogar den Lockvogel, um eine Festnahme des Täters zu ermöglichen. So kommt sie dem Killer immer näher, macht ihn ausfindig und stellt beim folgenden Prozess fest, dass er auch die Öffentlichkeit auf seiner Seite hat und die Anklagebank gar als Bühne für seine frauenfeindlichen Parolen nutzt. Trotzdem wird er zum Tode verurteilt, aber Kirchenvertreter sorgen dafür, dass das Urteil nicht umgesetzt wird und rufen damit das Militär auf den Plan.

Der iranisch-stämmige, in Dänemark lebenden Regisseur Ali Abbasi, der uns zuletzt mit seiner skurrilen schwedischen Grenzer-Komödie BORDER betörte, rollt hier einen tatsächlichen Fall des sogenannten Spinnenmörders aus seiner Heimat auf. Dabei gibt er den Blick frei auf ein politisches System, in dem es die Journalistin schon schwer hat, allein weil sie eine Frau ist. Das Porträt des Killers bleibt hingegen diffus. Es wird immer wieder behauptet, dass er aus religiösen Motiven mordet, besonders religiös ist er aber nicht, dafür zeigt er einige psychologischen Auffälligkeiten, die ihm auch vom gerichtlichen Gutachter attestiert werden. Trotzdem bleibt sein Handlungsantrieb im Dunkeln. Der Prozess, das Urteil und seine Umsetzung werden am Ende zu einer Machtprobe zwischen Staat und Kirche.

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